Seelsorgetag „Umgang mit schwierigen Menschen“ | BFP-Campus

 „Ihr seid ja alle wegen der anderen gekommen“, schmunzelt Dietmar Schwabe, Leiter der AG Seelsorge im BFP, während der Begrüßung, „aber manchmal sind wir es ja selber: schwierige Menschen“. Der Umgang mit diesen Menschen ist das Thema.

„Schwierige Menschen nehmen zu“, steigt Referent Johannes Stockmeyer direkt in das Thema ein. „Aber nicht hier - oder etwa doch? Werden somit die ‚einfachen‘ Menschen weniger, auch in unseren Gemeinden?“ 

Großes Interesse
Es ist der vierte Seminartag zum Thema Seelsorge, den die AG Seelsorge auf dem BFP-Campus in Erzhausen veranstaltet. Mit 180 Teilnehmern ist der Tag wieder voll ausgebucht. Sogar aus Flensburg und München sind Teilnehmer da, das Interesse ist groß.

Vielleicht liegt es ja auch an mir? Der Umgang mit schwierigen Menschen muss immer von großer Freundlichkeit geprägt sein, ist Stockmeyer überzeugt. „Jeder Seelsorger muss bei sich selbst anfangen“.

Er stellt zu Beginn seiner Vorträge sieben Thesen vor. „Jeder Mensch ist schwierig – auf seine Weise“, lautet seine erste These. Kein Mensch sei „nur“ schwierig, ist er deutlich. Ein Seelsorger müsse seine eigenen Schwierigkeiten erkannt haben und zugeben können, wo er an seine Grenzen komme. Das sei die Voraussetzung dafür, auch anderen helfen zu kennen. Der Seelsorger müsse sein Eigengewicht verringern (Stichwort „leichter leben“) um andere tragen zu können.

„Schwierigkeiten treten immer in Beziehungen auf, wenn man allein ist, ist es meistens unproblematisch“, führt der erfahrene Seelsorger, Pädagoge, Gemeindeberater und Coach aus. Es komme immer auf die Beziehungskonstellation an. „Nicht der Mensch ist schwierig, sondern die Beziehung. Das ereignet sich meistens in Stress-Situationen.“ Die Aufgabe des Seelsorgers sei die Beziehungsklärung. Je enger die Beziehung sei, desto größer können die Schwierigkeiten werden.

Beziehungsstörungen wachsen
„In unserer Gesellschaft nehmen die Beziehungsstörungen zu, deswegen nehmen die Schwierigkeiten zu, auch in unseren Gemeinden“, ist Stockmeyer überzeugt. Er habe viel mit Gemeinden zu tun. „In der Seelsorge müssen wir Schritte aufeinander zu machen und Integration fördern.“ Übertreibung müsse vermieden werden. „Aus dem Sparsamen wird in Konflikten der Geizige, der Großzügige als Verschwender bezeichnet.“ Die Gegensätze müssten verbunden werden. Es gäbe nicht für alle Schwierigkeiten einen Schlüssel, zeigt der Referent auf. „Wir müssen als Seelsorger nicht in jeder Situation die Lösung haben, manchmal einfach nur Weite. Wir müssen es neu lernen zuzuhören, denn das hat in unserer Gesellschaft abgenommen.“  Manchmal sei die Aufgabe eines Seelsorgers die Eskalation, damit es zu einer Klärung kommen kann.

Die Seminarteilnehmer gehen intensiv mit, machen sich Notizen, reagieren. Der Seminartag ist absolut hochwertig, am Nachmittag gibt es Workshops. Auf der Internetseite seelsorge.bfp.de stehen die Vorträge wenige Tage nach der Konferenz zum Download bereit. (up)

Nächste Termin Seelsorgetag, 4. Mai 2019 - „Gelingende Sexualität“ mit Dr. Wilf und Christa Gassner

Download der Vorträge (in Kürze): seelsorge.bfp.de/downloads.html

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